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Über die BV

GESCHICHTE DER BERUFSVEREINIGUNG DER BILDENDEN KÜNSTLER/INNEN ÖSTERREICHS

Am 27. November 1912 konstituierte sich im Wiener Künstlerhaus die Berufsvereinigung als Zentralverband der Bildenden Künstler. Zum ersten Präsidenten wurde der bekannte Maler und Professor Hugo DARNAUT bestellt, als Stellvertreter fungierte Prof. Hans RANZONI.

Durch die nächsten drei Jahrzehnte lautete die Adresse immer: Wien 1, Karlsplatz 5.

Berühmte Namen haben den langen Weg der Berufsvereinigung durch die vergangenen Jahre begleitet. Neben den schon erwähnten Darnaut und Ranzoni leuchten uns aus den Aufzeichnungen Künstlerpersönlichkeiten entgegen, die seither zu Begriffen in der Kunstgeschichte geworden sind: Albert JANESCH, Igo PÖTSCH, Rudolf EISENMENGER und Wilhelm DACHAUER waren mit uns ebenso verbunden wie die Rektoren der Akademien, Robin C. ANDERSEN und Max FELLERER oder Prof. Viktor SLAMA, Prof. Otto PRUTSCHER und die Architekten THEISS und JAKSCH.
Alfred KUBIN, der Bildhauer AMBROSI und der Maler und Akademieprofessor FAHRINGER sind ebenso zu nennen wie Ernst FUCHS, der mit Kurt MOLDOVAN, Carlos RIEFEL und anderen in den Jahren nach 1945 der BVBK angehört hatte.

Mit der 1938 erfolgten Eingliederung aller bildenden Künstler in die Reichskulturkammer war das formelle Ende auch der Berufsvereinigung als selbstständigem Verband gekommen.
1945, nach dem Krieg, erinnerte man sich wieder der alten Berufsvereinigung und schloss sich neuerlich unter dieser Bezeichnung zusammen.
Eine neue Unterkunft fand sich im Gebäude des Franziskanerklosters in der Inneren Stadt, am Franziskanerplatz 4.
Unter dem ersten Nachkriegs-Präsidenten Prof. Karl STEMOLAK wurde der Franziskanerplatz 4 bald zur frequentierten Sammelstelle der neu erwachten künstlerischen Kräfte.
Ungeachtet aller damaligen Schwierigkeiten beteiligte sich die Berufsvereinigung schon 1946 an verschiedenen Auslandsausstellungen, beispielsweise in Griechenland.
Ein Jahr später fand im Wiener Künstlerhaus die erste große österreichische Kunstausstellung statt, an der die BVBK mit 752 ausgestellten Werken ihrer Mitglieder einen erheblichen Anteil hatte.

Ungeachtet aller damaligen Schwierigkeiten beteiligte sich die Berufsvereinigung schon 1946 an verschiedenen Auslandsausstellungen, beispielsweise in Griechenland.

Ein Jahr später fand im Wiener Künstlerhaus die erste große österreichische Kunstausstellung statt, an der die BVBK mit 752 ausgestellten Werken ihrer Mitglieder einen erheblichen Anteil hatte.

Stets hatte die Leitung der Berufsvereinigung auch die sozialen Belange der ihr angehörenden Mitglieder im Auge. So gelang es im Juni 1946 mit Heinrich Baron HAMMER-PURGSTALL ein Abkommen zu schließen, wonach dieser in seinem Schloss Hainfeld bei Feldbach gegen eine Monatsmiete von 500 Schilling insgesamt 22 Räume für Erholung suchende Künstler bereitstellte.

Leider erfüllte sich die Hoffnung, am Franziskanerplatz eine dauernde Bleibe gefunden zu haben, nicht. Noch vor Ablauf des Vertrages kündigte der Konvent auf Weisung des höchsten Ordensoberen in Rom die der Berufsvereinigung vermieteten Räume wegen Eigenbedarf.
In dieser Situation trat das Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau auf den Plan.

Durch einen Erlass vom 31. Juni 1948 wurden der Berufsvereinigung eine Anzahl von Räumlichkeiten im Schloss Schönbrunn zugewiesen. Die zur Verfügung gestellten Räume lagen im Bomben geschädigten Osttrakt des Hauptgebäudes, direkt über der großen Galerie. In dankenswerter Weise übernahm das Ministerium für Handel und Wiederaufbau die Kosten in der Höhe von etwa 20.000 Schilling für die Wiederherstellung der beschädigten Fußböden und die Erneuerung der zum Teil fehlenden Fenster und Türen. Am 27.11.1949 wurde zwischen der Schlosshauptmannschaft Schönbrunn und der Berufsvereinigung ein formeller Mietvertrag geschlossen, der mit Wirkung vom 1.12.1949 in Kraft trat.
Im Oktober 1950 trat man dann mit dem regierenden Fürsten von Liechtenstein in Verbindung, was dazu führte, dass die Berufsvereinigung im Palais Liechtenstein die Säle IV,V,VI und VII für Ausstellungszwecke erhielt.

1950 war die alte Berufsvereinigung in einen Landesverband für Wien, Niederösterreich und Burgenland umgewandelt und zusammen mit den anderen Landesverbänden in den neu gebildeten Zentralverband der Berufsvereinigung (BVZ) eingegliedert worden.

Der Mitgliederstand 1950 wies 2231 bildende Künstler aller Sparten auf.
Damals gab es, ebenso wie 1972, Bestrebungen, aus Gründen des Berufsschutzes eine Künstlerkammer einzurichten, was aber in beiden Fällen zu keinem Resultat geführt hatte.

Verhandlungen mit der Schlosshauptmannschaft Schönbrunn führten 1970 dazu, dass der BVBK das im Parterre des Schlosses gartenseitig gelegene "Kronprinzen-Appartement" für fallweise Ausstellungen zur Verfügung gestellt wurde.
In der Folge fanden hier wiederholt Frühjahrs- und Herbstausstellungen statt, darunter die große Graphik-Ausstellung des Jahres 1972 im Rahmen der Wiener Festwochen.

1973 führte die Sektion der Restauratoren innerhalb der Berufsvereinigung in diesen Räumen die bemerkenswerte Ausstellung "RETTUNG VON KUNSTWERKEN" durch, die sowohl durch die Zahl der kostbaren Exponate als durch den hiezu herausgegebenen Fachkatalog internationale Anerkennung fand.
Dank einem besonderen Entgegenkommen der Bezirksvorstehung Innere Stadt bzw. des dortigen Bezirksmuseums konnte in den letzten Jahren die Bürgerstube im Alten Rathaus in der Wipplingerstrasse mehrmals für Ausstellungsvorhaben der BVBK benützt werden.

Aber auch soziale, wirtschaftliche und rechtliche Belange waren der BVBK als Standesvertretung stets ein Anliegen.
So sind bereits in der Ära STEMOLAK wesentliche Initiativen hinsichtlich einer Urheber-Union gesetzt worden. In die Ära KRONIK fällt die Einrichtung einer Spruchkommission im Unterrichtsministerium, die die Voraussetzungen von Bewerbern für die Anmeldung zur Künstler-Sozialversicherung zu prüfen hatte.
Auf Betreiben der BVBK war damals auch die Zahl der anerkannten Kunstschulen wesentlich erhöht worden. In der Ära GRAND wurden wichtige Grundsteine Für die Bildung einer umfassenden Künstler-Union sowie für den Gedanken einer spezifischen Künstlerpension gelegt.
Und von der berechtigten Forderung ausgehend, dass der bildende Künstler als Urheber an der wirtschaftlichen Nutzung seiner geistigen und schöpferischen Leistungen durch Dritte in einem gewissen Ausmaß beteiligt sein sollte, stellte die BVBK mit Prof. Anselm GRAND einen maßgeblichen Proponenten für die Gründung der späteren Verwertungsgesellschaft Bildender Künstler im Jahre 1974.
So darf die Berufsvereinigung für sich in Anspruch nehmen, als namhafte Standesvertretung die Interessen der bildenden Künstler auf vielen Gebieten wahrgenommen zu haben.

1984, unter Richard KRIESCHE, wurde die Berufsvereinigung Bildender KünstlerInnen wegen unterschiedlicher Auffassungen der Verantwortlichen stillgelegt.

1991 dann ließ Hannes PIRKER die BVBK Sektion Steiermark wieder aufleben und wurde deren Präsident.

Pirker verstand die BVBK vornehmlich als eine Art Standesvertretung ähnlich einer Gewerkschaft und führte in den folgenden Jahren einen erbitterten Kleinkrieg gegen Institutionen, öffentliche Stellen und die Landesregierung. Er versuchte vor allem bei öffentlichen Bauten die 2% Klausel für künstlerische Ausgestaltung durchzusetzen, scheiterte aber kläglich. Es existieren 3 dicke Ordner mit Briefen und Forderungen an alle diese Institutionen, deren Antworten er notfalls durch Gerichtsbeschluss erzwang! Obwohl er in der Sache Recht hatte, erreichte er aber leider damit nichts! Sich um die Mitglieder zu kümmern und neue zu werben blieb ihm kaum Zeit. Einmal im Jahr organisierte er eine Gemeinschaftsausstellung in seiner kleinen Galerie in Bruck.

1996 stellte er deshalb enttäuscht seinen Sitz zur Verfügung und überredete Franz WIESER, das Amt des Präsidenten zu übernehmen. Zu dieser Zeit zählte die BVBK Stmk. 47 Mitglieder, viele davon im Alter von über 70 Jahren.

Franz Wieser ging von der Überlegung aus, dass es vordringlich nötig sei, die Zahl der Mitglieder zu erhöhen, um den Forderungen an die öffentliche Hand mehr Nachdruck und Gewicht zu verleihen. Er organisierte verstärkt Ausstellungen und besuchte viele Kollegen, um sie zur Mitarbeit zu bewegen. So gelang es ihm, die Zahl der Mitglieder in kurzer Zeit zu verdreifachen. Den Vorwurf, Quantität vor Qualität gestellt zu haben, mußte er sich gefallen lassen. Er war und ist aber der Meinung, dass in der BVBK Platz für alle sein sollte und sich das Niveau mit der Zeit durch Jurierung der Ausstellungen und Förderung der Mitglieder doch um vieles heben würde. Wie man jetzt sehen kann, hat sich diese Hoffnung bestätigt.

Um allen Mitgliedern Ausstellungsmöglichkeiten zu geben, wurden jährliche Ausstellungen in Schloß Burgau, Schloß Kornberg und Schloß Freiberg organisiert. Diese sind inzwischen teilweise zu einem Fixpunkt im Jahreslauf der BVBK geworden. In den Jahren 1999- 2003 bemühte sich Franz Wieser, für die BVBK und andere Künstler eine Galerie in Graz zu führen. Obwohl diese mit einem Geschäftslokal zusammen geführt wurde und der Inhaber des Geschäftes der BVBK großes Interesse und Wohlwollen entgegenbrachte, musste dieses Projekt nach einigen Jahren aus finanziellen Gründen aufgegeben werden.

Auch in die zwei großen Skulpturenausstellungen, die Franz Wieser 2000 und 2002 in Fürstenfeld mit über 100 Künstlern auf die Beine stellte, war die BVBK Stmk. als Mitorganisatorin (ohne finanziellen Beitrag) eingebunden, um neue Mitglieder zu gewinnen, den Bekanntheitsgrad der BV zu steigern und neue Kontakte zu Künstlern auch im Ausland zu knüpfen.

2003 übergab Franz Wieser sein Amt an Gabriele FOISSNER-WEINLÄNDER, BA. Ihr Anliegen war es, das Geschehen in der Berufsvereinigung auf eine breitere möglichst demokratische Basis zu stellen. Dazu wurde eine vierteljährliche Zeitung „ BV News“ und ein ebenfalls vierteljährlicher „ Jour fix“ eingeführt, um den Informationsfluss und die Transparenz der Arbeit der BVBK für die Mitglieder zu erhöhen. Des Weiteren wurde seither und wird um die aktive Beteiligung der Mitglieder nicht nur an Entscheidungen sondern auch an der Mitarbeit geworben. Seit 2004 gibt es neben dem Grazer Künstlerhaus und Schloß Kornberg die Galerie im Sensenwerk in Deutschfeistritz als weiteren Fixpunkt im Jahresprogramm der BVBK.

Mit Januar 2009 ging die Präsidentschaft von Gabriele Foissner-Weinländer auf Dr. Beate LANDEN-KARLHUBER über.

Seit 2014 ist Armin W.Nimra-Ruckerbauer Präsident der BVBK.

Die bereits in den Jahren zuvor begonnene internationale Öffnung der BVBK wurde und wird erheblich ausgebaut. Internationale Kooperationen werden, um eine zeitgemäße Vertretung der BVBK-Künstlerschaft zu gewährleisten, immer wichtiger. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf einer „Osterweiterung“, was anhand einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit polnischen, kroatischen, slowenischen, rumänischen und ungarischen KünstlerInnen/Künstlervereinigungen deutlich wird.

Aber auch gemeinsame Projekte mit KollegInnen/Organisationen aus Italien, Frankreich, Deutschland, Kanada, Mexiko und Argentinien konnten ins laufende Programm eingegliedert werden.

Eine seit 2009 stattfindende internationale Skulpturen-Biennale im Botanischen Garten der Stadt Graz und die Jahresausstellung der BVBK im Grazer Künstlerhaus, ebenfalls mit internationaler Beteiligung, sind die jährlichen Highlights des BVBK-Ausstellungsprogrammes. Hinzu kommen, außer den ebenfalls jährlich fest im Programm integrierten Präsentationen im Schloss Piber, in der Galerie Sensenwerke in Deutschfeisritz und in der Galerie Raimann in Frohnleiten (für die Fotokünstler) zwei bis vier nationale oder internationale Ausstellungen/Projekte im Jahr.

2011 zählt die BV 150 Mitglieder, die auf den Gebieten Malerei, Grafik, Fotografie, Bildhauerei, Digitalkunst und Installation arbeiten.

2016 zählt die BVBK 130 Mitglieder, die auf den Gebieten Malerei, Grafik, Fotografie, Bildhauerei, Digitalkunst und Installation arbeiten.