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2018

Cellarium, Zisterzienserstift Rein 2018

Glauben wir an die Zukunft

Rahmenprogramm zu 800 Jahre
Graz-Seckau
im Cellarium, Zisterzienserstift Rein


Dietmar Egle
Martina Hartusch
Ramin Hazrati

Ernst Hermann
Bernd Holzer

Heidi Lamperter
Edda Lentsch

Timothy Mark
irene Mischak

Marisa Koiner
Lidia Molinski

Armin W.Nimra-Ruckerbauer
Marlene Schaumberger

Krista Titz-Tornquist


wo:
Rein 1, A-8103 Gratwein-Straßengel


wann:
Samstag bis Sonntag 06./07.10. 2018
Freitag bis Sonntag 12./13./14.10. 2018
Freitag bis Sonntag 19./20./21.10. 2018

10:00 bis 16:00 Uhr

Vernissage Freitag 05.10.2018 19:00 Uhr

Eröffnung: Florian Traussnig, Projektreferent für Kunst & Kultur beim Diözesanjubiläum

Einführende Worte: Armin W.Nimra-Ruckerbauer

Kurator: Elisabeth Saubach MA

Musik: Olena Mishchii (Cello)

“Glauben wir an unsere Zukunft?“ ist eine der Fragen die immer wieder gestellt wird. Wie werden sich die Dinge entwickeln? Wohin führt uns dieser Weg? Im Rahmen des 800jährigen Jubiläums der Diözese Graz-Seckau wird diese Frage als Programm neu verhandelt, um mit dem Blick in die Vergangenheit die Zukunft der Kirche neu zu denken. Die BVBK-Ausstellung “Glauben wir an unsere Zukunft?” will daran anknüpfen und Diskurse für Gesellschaft und Kirche ansprechen. Es geht um ein Nachdenken über das was sein könnte. Wie können wir Gesellschaft zukünftig anders gestalten? Welche Strategien braucht es um, in einer von Angst scheinbar gebeutelten Welt, positiv in die Zukunft blicken zu können?

Momentan versetzt uns die mediale Befeuerung mit negativen Schlagzeilen und Bildern in eine Art Angststillstand. Als Konsequenz beschäftigen sich die Menschen scheinbar mehr mit dem Zusammenbruch, als mit dem Aufbau der Dinge. Zukunftsforscher wie Matthias Horx postulieren, der Mensch sei ein „Angstwesen“, welches sich momentan im kollektiven Schlechtmachen der Dinge übt, wodurch sich die Konzentration auf das Negative im Gehirn festsetzen würde, wie eine Art selbstablaufendes Skript, das Veränderungen unmöglich werden lässt. Es ginge darum zu begreifen, dass alle Dinge mehrere Perspektiven zulassen – jeder Trend zeigt nach Horx auch einen entsprechenden Gegentrend. Horx Prognosen verdeutlichen eine Verunsicherung in der Gesellschaft die sich als eher düstere Vorstellungen von dem wie es weitergehen könnte ausdrückt. Auch in der Betrachtung von Literatur und Film wird dieses Phänomen evident, wenn die dystopischen Zukunftsvisionen – oft in Zusammenhang mit autoritären Überwachungs-systemen – über die utopischen Vorstellungen von dem was sein könnte überwiegen. Im neoliberalen System scheinen Begriffe wie Krise oder Katastrophe bedeutsamer als Begriffe wie Freiheit oder Solidarität. Wassily Kandinsky meinte, das geistige Leben der Gesellschaft äußere sich als ein sich ständig im Wandel befindliches Auf- und Ab – das er metaphorisch als spitzes Dreieck in Bewegung beschrieb. Nach Richard David Precht stehen wir gerade heute vor einem gesellschaftlichen Umbruch, in dem es darum ginge ein möglichst hohes intrinsisches, komplexes Bewusstsein zu schaffen, „wo das Glück nicht [davon] abhängig ist, eine Lohntüte zu bekommen.“

Die einzelnen künstlerischen Positionen der BVBK-Ausstellung “Glauben wir an unsere Zukunft?” reflektieren divergente Herangehensweisen an dieselbe Fragestellung. Heide Lamperter, Edda Lentsch und Ernst Hermann beschäftigen sich mit dem Aufbruch, offenen Wegen und dem Neubeginn. Armin W. Nimra nimmt den Ausblick in den Fokus und verdichtet zusammen mit Dietmar Egle Zukunft und Vergangenheit solange, bis sie sich ineinader auflösen. Irene Mischak, Bernd Holzer und Lidia Molinksi nähren sich dem Thema ebenfalls kritisch an und hinterfragen die scheinbare Sicherheit der Dinge, während Krista Titz-Tornquist das bedingungslose “Ja” thematisiert. Marlene Schaumberger und Martina Hartusch fragen danach wohin wir wie gehen – und Marisa Koiner gibt eine Antwort: zurück zur Mitte. Bei Ramin Hazrati wird eine Auseinandersetzung mit Formen der Kommunikiation greifbar und Timothy Mark verdeutlicht die unaufhörliche Vorwärtsbewegung, in welcher die Kette nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied. Die Frage „Glauben wir an unsere Zukunft?“ wird aus den Künsten heraus verhandelt. Wie Christine Macel, Kuratorin der Biennale Arte 2017 feststellte: „Art is the ultimate ground for reflection, individual expression, freedom, and for fundamental questions.“ So wird das Cellarium des weltältesten Zisterzienserstiftes für die Zeit der BVBK-Ausstellung zu einem Ort an dem fundamentale gesellschaftspolitische Werte, sowie Möglichkeiten und Strategien eines Nachdenkes über Zukunft diskutiert werden.




Heide Lamperter
Die Welt im Aufbruch, Keramik auf Hartfaserplatte, 35 x 40cm, 2018 / Demaskierung, Metallrahmen und Keramik, 59 x 59cm, 2018 / Brücke des Glaubens, Keramik auf Podest, 40 x 40cm, 2018

Verschiedene keramische Werke thematisieren eine Demaskierung, den Aufbruch und den Glauben als Brücke: „Die Welt im Aufbruch - Was wäre: Wenn es keine Kriege gäbe? Wenn alle Menschen sich lieben?
Keine Not und kein Leid? Kein arm und reich?Kein Wenn und Aber? Menschen im Wandel der Zeit.
Auf der Brücke des Glaubens gehen – Zeichen setzen – Hoffnung leben –
Spuren der Liebe hinterlassen.” [Heide Lamperter]

Edda Lentsch
Abbiegungen, Skulptur, unter Hitze handgeformtes Plexiglas, 82 x 82 x 5cm, 2018

Unter Hitze handgeformtes Plexiglas wird zu einer scheinbar in alle Richtungen auseinander fließenden Skulptur: "Abbiegungen - Annähern, abbiegen, sich entfernen; die Wege sind offen.” [Edda Lentsch]

Ernst Hermann
Neues Erwachen, Foto auf Alu Dibond kaschiert, 50 x 70cm, 2018

Ein im Sonnenlicht einer unter- oder aufgehenden Sonne warm und hell leuchtender Himmer, festgehalten in der Fotografie, thematisiert subversiv den Neubeginn: “Es wird immer ein neues Erwachen und einen Neubeginn geben. Ob im eigenen Leben, der Natur, der Politik, der Gesellschaft oder in der Religion. Man muss nur daran glauben und hinter jeder dunklen Wolke des Erlebens und Empfindens das helle Licht des Glaubens und der Hoffnung auf einen Neubeginn erkennen...” [Ernst Hermann]

Armin W. Nimra

AUSBLICKE, Installation mit Licht, Pflanzen und Wasser und Objekt, Gießharz/ Karton/ Acryllack/ Schläuche/Planzen, 130 x 50 x 40cm, 2018

Ein elfenbeinfarbenes Bauwerk, gespeist von Schläuchen, ist Heimstätte von Pflanzen, die während
der Ausstellung ohne Sonnenlicht vertrocknen werden, aus den Schächten dringt fahles blaues Licht
Wasser ist in kleinen Becken eingeschlossen und wird verdunsten: “Die Installation AUSBLICKE thematisiert die Macht der Menschen, die Natur und unsere Kultur zu formen. Wie gehen wir mit den Ressourcen dieser Welt um - sinnvoll oder saugen wir unserer Welt und Mitmenschen aus? Die Entwicklung schreitet unaufhörlich voran, wir sind gefordert...” [Armin W. Nimra]

Armin W. Nimra / Dietmar Egle
rapsodie, Video in Quadratformat, Farbe, 12 Minuten, 2018

Das Video ist mit einer speziellen Zeitlupenkamera  und in achtfacher Verzögerung gedreht. Es thematisiert die Reduktion auf das Wesentliche und hinterfragt die Dichte an Informationen die innerhalb der Informationsgesellschaft auf uns einprasseln: “Zukunft trifft Vergangenheit und Vergangenes löst sich in der Zukunft auf. Die Fragen der Menschen, symbolisiert durch die unterschiedlichen farbigen Kugeln, kreisen, formen sich neu...” [Armin W. Nimra und Dietmar Egle]

Irene Mischak
Glorie, Öl auf Leinwand, 50 x 60cm, 2018

Ein Glorienschein wird von Händen aus einer modischen Tasche hervor geholt – oder versteckt?


Bernd Holzer
Faithbox, Installation (Schaukasten mit Farbfotografie), 20 x 30cm, 2018

Ein Schaukasten mit einer Fotografie des Himmels der sich nach Belieben via Steckdose ein- und ausschalten lässt – eine “Faithbox”: “Heute hat jeder seinen eigenen Glauben, den er nach Belieben einschaltet, seinen eigenen Schaukasten, selbst zusammengestellt und sehr wolkig. Der eine glaubt an die Sterne, der andere an die Reinkarnation, der dritte ans Paradies...” [Bernd Holzer]

Lidia Molinski
Scheinbare Sicherheit, Zeichnung auf Leinwand kaschiert, 70 x 100cm, 2018

Die Zeichnung auf Leinwand kaschiert zeigt einen Baum auf dessen Ästen ein Gewicht ruht: “Ein Verhältnis, ein Bedrändnis? Wer gibt nach? Zwischen Verwachsen, Zerplatzen und Zerschmettern...” [Lidia Molinski]

Krista Titz-Tornquist
JA, Installation / Objekt, zweiteiliger Aluminiumguss / Sockel, 128 x 30 x 30cm (mit Sockel), 2018

“JA.
ZUERST DAS BEDINGUNSLOSE JA - EINFACH IN FORM UND AUSSAGE. GLAUBEN WIR? - JA! GLAUBEN (ANDERS ALS WISSEN ), GLAUBEN ALS WOLLEN,  ALS HOFFEN, ALS (ER)FÜHLEN.
ZUERST DAS BEDINGUNGSLOSE JA - JENSEITS ALLER KOMPLEXITÄT, ALLER FRAGESTELLUNG UND INFRAGESTELLUNG. ZUM KLAREN JA FÜGE ICH DIE KREATIVITÄT IN FORM VON GEDANKENBLASEN UND DIE LIEBEVOLLE ACHTSAMKEIT IN FORM DES „KLEINEN WÄCHTERS“.
JA.” [Krista Titz-Tornquist]

Marlene Schaumberger

Quo vadis?, Installation bestehend aus: Gedankenmuster, Installation (Acryl auf Schuhsohlen vor Spiegeln), 30 x 30cm, 2018 / Gedanken los, Installation (Acryl auf Schuhsohlen vor Spiegeln), 30 x 30cm, 2018 / Gedanken verloren,  Installation (Acryl auf Schuhsohlen vor Spiegeln), 30 x 30cm, 2018

“Quo vadis? - aus dem Lateinischen übersetzt, bedeutet es - Wohin gehst du? - Schuhsohlen auf Spiegeln hinterfragen Gedankenmuster: “Der Weg ist das Ziel, und die einzelnen Schritte sind es, die unser Leben prägen und beeinflussen. Die einzelnen Gedanken, die uns auf diesem Weg begleiten, sind es, die neue Anreize und Impulse geben. Wir entscheiden, welche Abdrücke wir hinterlassen. Die kollektiven Gedankenmuster durchbrechen und mit eigenen Innovationen die Zukunft gestalten. Schritt für Schritt erschaffen.” [Marlene Schaumberger]

Martina Hartusch
Respice Finem, Collage und Acryl auf Leinwand, 100 x 100cm, 2018

Die collagierte Acrylmalerei auf Leinwand gibt eine subtile Handlungsanweisung in Hinblick auf die Zukunft, aus einer Fabel Aespos in welcher es darum geht sich der Konsequenzen seiner Handlungen bewusst zu sein: "Quidquid agis,prudenter agas et respice finem- Was immer du tust, tu es klug und denke daran,wohin es führt...” [Martina Hartusch]

Marisa Koiner
Zurück zur Mitte, Acryl auf Leinwand / lackiert / mit Nagelköpfen und Pinseln gestempelt,
50 x 50 x 9cm, 2018

Verschiedene, einzelne Gemälde mit ornamentalen Formen verbinden sich zu einem Körper: "Die Welt gerät aus dem Gleichgewicht und die globale Disharmonie nimmt zu. Was in der Kunst/auf der Leinwand möglich ist, sollte die Vision der Zukunft sein: nämlich das Zurückfinden zur Mitte." [Marisa Koiner]
Ramin Hazrati
Himmel oder Hölle, Installation, Stahl und geschmiedetes Besteck, 8 x 2m

Stahl und geschmiedetes Besteck generieren in der räumlichen Dimension der Installation einen Dialog der auf mehrere Fragestellungen referiert: “In einer beunruhigenden Zeit kann die klassische philosophische Frage als quälende, aber berechtigte Frage auftauchen: „Was soll ich tun?“oder “Wohin führt dieser Weg?”. Auch „Himmel oder Hölle“ ist eine oft gestellte Frage, doch wo ist die Grenze? Fragen zu aktuellen Existenz und Kommunikationsformen werden aufgeworfen. Die Installation "Himmel oder Hölle" beschäftigt sich mit der Grenze zwischen Extremen.” [Ramin Hazrati]

Timothy Mark
SDB (spitzes Dreieck in Bewegung), Holz, 100 x 80cm, 2018

Äußerst sorgfältig ausgewählte und angepasste Bestandteile formen eine filigrane Konstruktion aus Holz – ein spitzes Dreieck – das scheinbar immer in Bewegung bleibt: “The chain is only as strong as it´s weakest link. The weakest link must be indentified, integrated and supported, uplifted, and only in this way can we dance together in celebration, only in this way can we build a sustainable future society.” [Timothy Mark]